Renaissance 2.0 - Akem


Renaissance 2.0

Die neue Dystopie

erhältlich bei TwentySix

und auf vielen weiteren eBook Plattformen

Was geschieht nun weiter mit Jikav, Tandra und den anderen nach den Ereignissen in Nuhåven?


Nichts ist mehr, wie es zuvor noch war. Die Drei und ihr Freund Thevog stehen vor dem großen Unbekannten. Keiner weiß so genau, was ihre nächste Aufgabe ist. Keiner, außer Jikav. Ihn zieht es nach Akem, wo er jene Mission ausführen will, die er aufgrund seiner unfreiwilligen Wanderung durch die Dædlænds nicht erfüllen konnte. Er will das sagenhafte Phantom Pumar finden.  Doch dann kommt wieder alles anders, als die Freunde es erwartet haben. Sie treffen auf neue Leute, die für oder gegen sie sein können. Neue Gefahren stellen sich ihnen in den Weg. Wieder einmal geht es darum, das eigene Leben zu retten. Und dann sind da noch die unerwarteten Erkenntnisse der Vergangenheit, die einen von ihnen aus der Bahn werfen werden. Wie lange kann die Gemeinschaft unter diesen Umständen noch bestehen?


Nach und nach erfahrt ihr, wie alles miteinander verwoben ist, wer auf welcher Seite steht und wo alles hinführt. Wer diejenigen sind, welche die Fäden spinnen und wer sie in der Hand halten. Hokoash ist das alles umfassende Wort.

  "Ich denke, wir sind angekommen", meinte Jikav, als sie den Scheitelpunkt des kleinen Bergkamps erreicht hatten und sich die Stadt in dem dahinter liegenden Tal offenbarte.

  "Das ist Akeḿ?", fragte Tandra ungläubig zurück. 

  "Laut deiner Landkarte auf dem Comtab ist es das. Warum fragst du?"

  "Sieht irgendwie anders aus, als ich es in Erinnerung habe."

  "Du warst schon einmal hier?" Jikav war ein wenig erstaunt, da Tandra nichts dergleichen zuvor gesagt hatte.

  "Nein. Aber irgendwie erinner ich mich an die Stadt."

  "Ganz sicher? Oder verwechselst du da vielleicht eine Stadt mit einer anderen?"

  "Keine Ahnung. Aber Akeḿ sagt mir etwas und ich bin mir sicher, dass der Ort früher einmal anders ausgesehen hat. Ich glaube, er war eine Biosphäre wie Nuhåven." Tandra legte die Stirn in Falten und dachte darüber nach, wieso sie das wusste oder glaubte zu wissen.

  "Du hast vollkommen recht", ertönte Thevogs Stimme aus dem Hintergrund. "Akeḿ hatte früher einmal eine Kuppel. Ich bin verwundert, dass sie nicht mehr da ist. Zumal es überhaupt keinen Sinn ergibt, ein derart vor der schädlichen Umwelt schützendes Gewölbe zu entfernen."

  "Ich erkenne da schon eine Logik", korrigierte Jikav den Jungen. "Seht euch nur die rauchenden Schornsteine an. Die produzieren Kohlenmonoxid das sich sonst unter der Glocke gesammelt hätte."

  "Du meinst, die verwenden Kohlekraftwerke wie in den Jahren des anfangenden Industriezeitalters?", empörte sich Thevog. "Das ist doch unverantwortlich."

 "Unverantwortlich schon. Aber wenn es die einzige Möglichkeit ist zu überleben und autark zu sein, macht man sich darüber keine Gedanken."

 "Und da die Regierung immer noch nicht den vollständigen Ausstieg aus der Kohleverbrennung zur Energiegewinnung beschlossen hat, dank der Kohlebonzen, die Mår-quell finanzieren, kann Akeḿ dies auch völlig legal tun", mischte sich jetzt Misuk in das Gespräch ein.

  "Lasst uns weiter gehen. Ich will zum frühen Nachmittag in der Stadt sein. Glaubst du, die Renegaten haben für uns eine Unterkunft?", wollte Jikav von Tandra wissen. Doch die war immer noch viel zu sehr mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt, um zu antworten.

  Jikav ging an ihr vorbei und legte dabei seine Hand flach auf ihren Rücken. Tandra gab dem leichten Druck nach und bewegte sich vorwärts. Misuk und Thevog folgten ihnen in einem kurzen Abstand.

  Es war mittlerweile bereits später Abend geworden, als Ysana mit ihrer Liga und den neu dazugewonnenen Schikar Katschor endlich ihr Ziel erreichte. Die alte, verlassene Industrieanlage, welche, laut den Akten des Obersten, eine der widerlichsten Gruppen der Sturmbringer beherbergen sollte, lag wie ein monströser, unheimlicher Schatten im Dämmerlicht der untergehenden Sonne vor ihnen. Der jungen Frau lief ein Schauer über den Rücken. Vorfreude, gepaart mit einer Gänsehaut des Gruseligen machten sich auf ihrem gesamten Körper breit. Sogar ihre Brustwarzen stellten sich ebenso wie ihre Nackenhaare auf. Der Anblick erregte sie in vielerlei Hinsicht und sorgte doch gleichzeitig dafür, dass sie sich minutenlang nicht bewegte. Sie genoss den Anblick. Malte sich aus, was sie hinter den Mauern vorfinden würde. Ließ den Horror, den die Anlage auf sie ausübte, auf sich wirken. Spürte den Sieg, den sie mit diesen Metamenschen und den anderen, die sie bereits gesammelt hatte, erringen sollte.

 "Was genau werden wir heute Nacht unternehmen?", erkundigte sich die Jungrenegatin.

  "Wir werden uns zunächst einmal orientieren und uns die Höhlen, Kammern und Gänge anschauen. Wo sie hinführen und ob es eventuell einen Zugang zum Schloss gibt", fasste Tandra kurz zusammen. "Legen wir los. Endro. Die Haken bitte."

  Der Junge Mann holte eine Seilpistole aus dem Rucksack und zielt auf einen Punkt über einem Felsvorsprung. Nachdem das Geschoss in das Gestein eingedrungen war, prüfte er, ob der Haken sich fest genug im Fels verankert hatte. Dann griff er erneut in den Rucksack und nahm zwei Kletterhilfen heraus, die er an dem dünnen Stahlseil befestigte. Als Letztes klinkte er sich vier dickere Kletterseile in seinen Gürtel, um dann mit dem Aufstieg zu beginnen. Offensichtlich war Endro darin geübt, Berge zu besteigen, denn es dauerte nur wenige Minuten, bis er das Plateau erreicht, die anderen Seile verankerte und das Zeichen gab, ihm zu folgen.

 Oben angekommen, holten alle ihre Kletterhilfen wieder ein und versteckten diese, nachdem sie gründlich nach Frühwarnsystemen gesucht hatten, hinter dem Durchgang, der ihnen von dem Felsvorsprung den Zugang in den Berg ermöglichte. Mit Taschenlampen bewaffnet, die sie jedoch wegen des grellen Lichts erst nach einigen Metern einschalteten, machten sich die Gruppe auf den Weg, das Innere zu erforschen. Dabei erstellte eine spezielle App der Renegaten einen genauen Plan der Strecke, die sie zurücklegten, damit sich die Gruppe nicht verirrte. Bela hatte im Standort zwar vorgeschlagen, die jeweiligen Gabelungen mit Farben oder Piktogrammen zu kennzeichnen, doch das lehnten sowohl Tandra, wie auch Jikav vehement ab, da diese Veränderungen unter Umständen entdeckt werden konnte, sollten die Besonderheiten des Felsens von Jachweys Leuten genutzt werden. Offensichtlich kannten die Renegaten um den Kommandanten derartige digitale Hilfsmittel nicht, welche sich standardmäßig auf den Comtabs von Tandra und Jikav befanden.

 "Will sie da etwa rein?", fragte die Frau der Schikar Katschor, welche nach dem Blitztod des bisherigen Anführers die Leitung übernommen hatte.

  "Ich hoffe nicht", bemerkte ein anderer aus der Gruppe.

  "Das wäre der komplette Wahnsinn. Die weiß nicht im Geringsten, auf was sie sich da einlässt. Also, wenn die da reingeht, bin ich weg", fügte ein dritter hinzu. Tenju lauschte sehr aufmerksam den Worten der Neuzugänge. Auch er hatte keine Ahnung, was ihn dort drinnen erwarten würde. Ysana hatte nie ein Wort darüber verlauten lassen. Jetzt fragte er sich, ob sie das wohl aus gutem Grund nicht tat. In seinem Kopf spielten sich eine unendlich Anzahl an Szenarien ab. Alle hatten irgendwie mit Tod und Verderben zu tun. Seine Fantasie ging vollständig mit ihm durch, bis er heftig den Kopf schüttelte und einen unartikulierten Laut von sich gab, der Ysana aus ihrer Starre erweckte. Verwundert drehte sie sich um und suchte nach der Quelle der Unterbrechung.

"Was ist los, Tenju?", fragte sie überrascht.

  "Was ist das hier?", stellte der Telepath die Frage, die in den letzten Minuten jeden einzelnen von ihnen beschäftigt hatte.

  "Das ist unser Ziel", sagte die Mutantenführerin in einer lieblichen Stimmlage, während sie glücklich, verklärt lächelte.

  Das ist also die Ordensburg", sagte Kaziir halblaut. Bislang hatte sie immer nur durch Riém davon gehört, aber nie in Erfahrung gebracht, wo sich diese befindet. Das wusste sie zwar aufgrund der Teleportation noch immer nicht, doch dafür stand sie nur eine kurze Distanz von ihr entfernt.

 "Und das sieht mir nach einem ungekennzeichneten Hover aus", unterbrach Thevog ihre verträumten Gedanken. Die Suprimekommandantin erwachte unverzüglich wieder in der Realität. Der Junge hatte recht. Nicht allzu weit von ihnen entfernt, stand ein schwarzer Hover, der keinerlei Kennung aufwies. Wenig später verließen drei Personen das Fluggefährt und machten sich auf den Weg in Richtung des geheimen Versammlungsortes der Templar.

  "Das gefällt mir gar nicht", kommentierte Misuk. "Auch, wenn es nur drei Leute sind. Aber das kann nichts Gutes bedeuten."

 "Was hast du vor?", fragte Kaziir eindringlich. Sie erkannte mit ihrem geschulten Auge sofort, dass Misuk bereits einen Plan gefasst hatte.

  "Ich werde in die Burg springen und die Templar warnen."

 "Lass das und warte erst einmal ab", ermahnte dir Renegatin sie.

  "Und was dann?", fragte das Mädchen provokativ.

  "Kaziir weiß schon, was sie da sagt", stimmte Thevog der Frau zu. "Wir haben noch keine genaue Ahnung, wer diese drei sind."

 "Aber der Hover hat keine Kennung. Das kann nach meinem Dafürhalten nur bedeuten, dass er von der ProTeq Militär stammt. Oder was meint ihr dazu?"

  "Die Kleine könnte richtig liegen", mischte sich jetzt auch Elric knurrend in die Diskussion ein, was Kaziir jedoch nicht übersetzte.

  "Trotzdem sollten wir abwarten", widersprach die Frau.     "Wenn die ProTeq Militär den Templar schaden wollte, würden sie nicht nur drei Leute schicken, sondern eine ganze Armee."

  "Vielleicht arbeiten die ProTeq Militär auch mit den Templar zusammen", knurrte Elric erneut.

  "Sag das nicht noch einmal, du Fellknäuel", fuhr Misuk den Tiger an. Sie hatte zwar wie immer nur einige wenige seiner geknurrten Worte verstanden, doch diese reichten für sie aus, um den Inhalt des Satzes zu erahnen.

  "Leute", unterbrach Thevog die Streiterei. "Ich glaube, wir haben gleich ein ganz anderes Problem." Alle drehten sich um und verpassten somit den Moment, wo auch die drei Fremden in der Ebene sich umdrehten und mit schnellen Schritten erneut in dem Hover verschwanden.

  "Was ist los?", fragte Misuk wütend.

  "Hört ihr das nicht?"

  "Was sollen wir hören?", fuhr das Mädchen ihn ein weiteres Mal an.

  "Diese tief dunkle Brummen." Die anderen horchten in die Stille. Dann vernahmen sie das Geräusch.

  "Was ist das?", fragte Misuk jetzt ruhig und unsicher.

  "Das ist der Antrieb einer Plasmarakete", antwortete Kaziir seelenruhig.

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